Warum es sich lohnt zum Fotograf zu gehen

Aktuell im Blog von ProntoPro gibt es ein Interview zu lesen, in dem ich von meinem schönen Beruf erzählen durfte. Danke für die Veröffentlichung!

Veröffentlicht am 26 März 2019 von Verena Arnold
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Ob man es will oder nicht, mit jedem Jahr verändert man sich. Ja, manchmal muss gar nicht so viel Zeit vergehen, um das Älterwerden zu bemerken. Dabei ist das nicht unbedingt schlecht. Betrachtet man alte Bilder von sich selbst, kann das Urteil positiv ausfallen: Ich war ja so jung / hübsch/faltenfrei! – oder negativ: Was habe ich mir nur mit diesen Haaren gedacht?!

Schade ist es nur, wenn man gar keine Bilder hat, zum Beispiel weil sie bei einem Umzug verloren gegangen sind, weil man sich immer so ungern hat fotografieren lassen oder weil der Fotograf in der Familie nie selbst mit auf dem Bild ist. In jedem Fall sollte man es sich und seiner Familie hin und wieder gönnen, ein professionelles Foto machen zu lassen. Selbst bekommt man Fotografien in derselben Qualität kaum hin. Und selten investiert man dieselbe Mühe ins Erscheinungsbild, wenn man es doch mal selbst versucht.

Weil das ein Thema ist, das eigentlich alle betrifft, und weil die Qualität des Ergebnisses auch so sehr davon abhängt, wie man sich bei einem Fototermin fühlt, haben wir uns mit Gerhard Buchacher getroffen. Der Fotograf Gerhard Buchacher von Prettypictures.at in Wien & Wiener Neustadt hat sehr genaue Vorstellungen davon, worauf es beim Fotografieren von Menschen ankommt. Im Interview verrät er einige seiner Vorstellungen.

Warum braucht man heute einen professionellen Fotografen, wenn jeder eine Kamera hat? Was braucht ein Anfänger, um ein erfolgreicher Fotograf zu werden?

Warum man einen Fotografen braucht, ist schnell erklärt. Jedes Thema, das eine gewisse Komplexität hat, braucht Profis … Ich dachte mit 20 auch, es braucht keinen Maler, um die Wohnung neu auszumalen … Der Selbstversuch hat mich eines Besseren belehrt. Neben Wissen und Technik in der Fotografie benötigt man aber auch ein gutes Gefühl für Farbe, Formen, Dimensionen und Perspektiven … also räumliches Vorstellungsvermögen und natürlich Fantasie und Kreativität.

Ein Anfänger braucht einfach nur eine Kamera, Wissen über Fototechnik und viel Leidenschaft. Doch dann beginnt die eigentliche Arbeit, um erfolgreich zu werden, denn dazu benötigt man so wie in allen Branchen Kunden, und diese sind nicht einfach zu finden. Man bedenke, dass der durchschnittliche Verbraucher nicht regelmäßig zum Fotografen geht … Viele benötigen einmal in 5 Jahren einen Fotografen. Das bedeutet, dass man sich nicht so einfach wie z.B. als Masseur einen Stammkundenkreis aufbauen kann, der dann mehrmals im Monat Leistung konsumieren möchte. Mein Tipp ist, sich am Anfang auf einen Bereich zu fokussieren, z.B. Hochzeiten, dann Referenzen zu sammeln und so viel als möglich in sozialen Medien präsent zu sein. Dort gibt es z.B. Hochzeitsgruppen, wo Fotografen sich bei suchenden Kunden bewerben können, oder noch besser wäre es, wenn man Kooperationen findet, z.B. mit einem Weddingplaner, wenn man sich auf Hochzeitsfotografie spezialisiert.

 

Wie läuft ein Fotokurs bei Ihnen ab? Für wen ist der Kurs geeignet und für wen nicht?

Ein Fotokurs läuft unterschiedlich ab. Ich biete neben Einzeltrainings auch verschiedene Gruppen-Kurse an. Bei den Einzeltrainings läuft es so, dass sich der Kunde das Thema und den Umfang der Ausbildung individuell aussuchen kann. Natürlich den Termin auch. Es ist die zeitlich effizienteste Variante. Gruppenkurse sind immer ein Kompromiss, weil die Teilnehmer nie alle am gleichen Level sind und auch nicht die gleiche Lernkurve / Lerngeschwindigkeit haben. Ich biete Grundkurse und Fortgeschrittenen-Kurse an und Fotospaziergänge. Anfängerkurs bedeutet wirklich, dass ich bei 0 beginne. Ich richte den Inhalt und die Komplexität nach der Gruppe. Was aber jeder aus dem Grundkurs mitnimmt, ist, wie funktioniert das Prinzip der Fotografie, welche grundlegenden Einstellungen gibt es, wie hängen die zusammen und wie stelle ich die Kamera ein. Alle Kurse bestehen neben einem Theorieteil auch aus einem Praxisteil. Beim Fotospaziergang ist das Theorie und Praxis fließend, und die Zielgruppe sind Anfänger, leicht fortgeschrittene und besonders Wiedereinsteiger. Ein kompletter Anfänger sollte auch vorher den Anfängerkurs machen.

Welches Utensil verwenden Sie für Fotoshootings am liebsten und warum? Welche Bilder sind besser – spontane oder vorbereitete? Was darf während der Aufnahme niemals erlaubt sein?

Ich fokussiere mich weniger auf Utensilien beim Shooting. Ich möchte, dass mein Model (der Kunde) optimal rüberkommt am Bild, dazu braucht man erstaunlicherweise keine Utensilien. Bei Fotoshootings versuche ich neben dem Führen des Klienten (z.B. erklären und vorzeigen von Posen und Ideen), die Person auch zwischendurch ein wenig vom Shooting abzulenken, damit sie einen Augenblick vergisst, dass sie fotografiert wird, und so entstehen dann noch spontane Aufnahmen. Besonders sichtbar ist auch, dass die Fotos im Laufe des Fotoshootings besser werden, weil der Kunde sich mehr und mehr entspannt.

Niemals erlaubt ist es, den Kunden zu etwas zwingen zu wollen, bei dem er sich nicht wohlfühlt. Auch wenn eine bestimmt Pose perfekt passen würde, wäre die Ausstrahlung schlecht, wenn der Kunde die Pose nicht möchte. Es braucht generell viel Feingefühl und Empathie, um den Klienten durch das Fotoshooting zu führen. Man sollte auch nicht mit jedem Klienten gleich umgehen, sondern individuell nach seinem Charakter … Man sollte als Fotograf bei Auftragsfotografie keinesfalls den Künstler spielen, der denkt, nur er weiß, was gut ist, und der nur seine Ideen verwirklichen möchte.

 

Sie beschäftigen sich auch mit Hochzeitsshootings. Was zeichnet die Hochzeitsfotografie aus?

Ich beschäftige mich nicht so viel mit Hochzeitsfotografie wie viele andere Kollegen. Das liegt daran, dass ich sehr vielseitig bin und mich nicht zu sehr auf ein Fotografiethema spezialisiert habe.

Hochzeitskunden sind oft auf Hochzeitsmessen und finden dort auch die Fotografen, die dort ausstellen. Außerdem ist es ein sehr stark umkämpfter Bereich. Ich fotografiere gerne eine Hochzeit meiner Bestandskunden, weil ich dort den Vorteil habe, den Kunden schon zu kennen, und darin sehe ich auch einen Vorteil für den Kunden, denn je mehr man über das Brautpaar weiß und je besser man die Menschen kennt, desto besser wird man auf einer Hochzeit die Stimmung einfangen und den Stil des Brautpaares untermauern können. Hochzeitsfotografie ist im Grunde Eventfotografie, weil man nicht so viel Einfluss auf die Situation nehmen kann (die Hochzeit hat ihren eigenen Ablauf).

Fotos als Erinnerungsstücke

Also auf ins Fotostudio, um sich selbst alleine oder mit Partner, Familie oder Haustier ablichten zu lassen! So ein schönes Bild vom Profi lässt sich toll rahmen und verschenken. Es hält Erinnerungen wach und lädt einen auch mal zum Träumen ein. Wichtig ist auf jeden Fall: gleich das Datum und den oder die Namen auf der Rückseite notieren. Schon die Enkelkinder haben sonst später mal Schwierigkeiten mit der richtigen Zuordnung …

 
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